Kindernarkose    

            

                                           
            
                                        
                                 Gut schläft, wer gar nicht merkt, dass er schläft. 
 
                     
                                                                      Publius Syrus, (wahrscheinlich 90 - 40 v. Chr.)


Liebe Eltern,

bei Ihrem Kind ist ein operativer Eingriff in Vollnarkose geplant. Diese Informationen sollen Ihnen die
Möglichkeit geben, sich in Ruhe über die Methode zu informieren.

Spezielle Voruntersuchungen sind bei gesunden Kindern aus anästhesiologischer Sicht in der Regel nicht erforderlich. Sollten Sie dennoch Fragen haben oder Unklarheiten hierzu bestehen, besprechen Sie dies
bitte mit Ihrem Narkose- und/oder Kinderarzt.

Bei Narkosen im ambulanten Bereich muss vor allem auf die besondere Verantwortung der Eltern und Erziehungsberechtigten hingewiesen werden, da Kinder das Gefahrenpotential einer Narkose nicht ein-
schätzen können.

Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, Sie auch über seltene Komplikationen und Gefahren in Kenntnis
zu setzen. Das sollte Sie bitte nicht beunruhigen, denn Narkose ist heutzutage durch moderne Medikamente
und Überwachungsmöglichkeiten ein ausgesprochen sicheres Verfahren.

Um Narkose für Ihr Kind so sicher wie möglich werden zu lassen, sind folgende Punkte wichtig:


Voruntersuchung


Um die Narkoserisiken zu minimieren, muss Ihr Kind gesund zur Narkose erscheinen. Bitte vereinbaren Sie eine
Voruntersuchung bei Ihrem Kinderarzt. (Blutabnahme / EKG in der Regel nicht nötig - Rücksprache bitte mit Ihrem Anästhesisten.)


Folgende Karenzzeiten nach Impfungen werden empfohlen:

3 Tage nach Totimpfstoffen: Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Influenza, Cholera, FSME, Hep. B, Polio (neuer Impfstoff).

14 Tage nach Lebendimpfstoffen: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Typhus, BCG, Polio (alter Impfstoff).



Atemwegsinfekt

•  Eitriger Schnupfen oder Husten kann besonders bei kleineren Kindern schwere Atemwegskompli-
   kationen verursachen, z.B. Laryngo- oder Bronchospasmus (Stimmritzenkrampf - Verkrampfen der
   Muskeln, die die Atemwege umspannen).

•  Die Luftwege sind durch den Infekt gereizt und hyperreagibel und so können durch Irritation vor,
   während und nach der Narkose die erwähnten Probleme auftreten. Diese können in fast allen Fällen
   erfolgreich behandelt werden, jedoch stellen sie für einen elektiven Eingriff (Wahleingriff - kein Notfalleingriff)
   ein zu hhes Risiko dar.    
 
•  Sollte Ihr Kind vor dem Narkosetermin einen derartigen Infekt erleiden, muss der Termin auch kurzfristig     
    verschoben werden.

•  Setzen Sie sich bitte rechtzeitig mit Ihrem Operateur, Behandler oder Narkosearzt in Verbindung.

•  Eine laufende Nase ("running nose") ohne Fieber und Infektsymptomatik stellt allerdings kein
   Ausschlusskriterum für die Narkose dar.

•  Ob Ihr Kind am Operationstag tatsächlich für eine ambulante Narkose geeignet ist, entscheidet der
   Narkosearzt vor Ort, nachdem er persönlich das Kind gesehen und die Befunde berücksichtigt hat.

 Nüchternheit

•  Ihr Kind muss nüchtern zum Narkosetermin kommen. Dies lässt sich oft nur schwer realisieren,
   besonders wenn der Operationstermin später am Tage angesetzt ist.

•  Sollte Ihr Kind dennoch etwas zu sich genommen haben, teilen Sie dies unter allen Umständen
   bitte dem Narkosearzt mit !

•  Ihr Kind darf 6 Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen, auch keine Süssigkeiten, Obst, Kaugummi
   oder Ähnliches.

•  Bis 2 Stunden vor dem Termin darf getrunken werden: Klare Flüssigkeiten (1 Glas Wasser oder
   eine Tasse Tee), keine Milch oder Obstsäfte

•  Die Verantwortung für die Einhaltung der Nüchternheit liegt ganz alleine bei den Eltern und    
   Erziehungsberechtigten.

Narkose

•  Ihr Kind erhält ca. 20-30 min. vor Narkosebeginn einen süssen Saft (Himbeersirup) mit einem
   Beruhigungsmittel,  um ihm Angst zu nehmen, es ruhiger zu machen und vom ganzen Stress der
   Vorbereitung abzuschirmen.

•  Besonders kleine Kinder fürchten Spritzen und Nadeln. Deshalb bieten wir den Kindern an, ein 
   Narkosemedikament über eine Gesichtsmaske einzuatmen. Innerhalb von wenigen Sekunden
   wird ihr Kind ganz in Ruhe einschlafen. Anschließend wird eine kleine Kanüle in ein venöses
   Blutgefäß gelegt, um Infusion und Narkosemedikamente geben zu können.

•  Bei grösseren Kindern wird zuerst die Kanüle gelegt und darüber das Narkosemittel gegeben,
   welches den Schlaf einleitet.

•  Um das Einschlafen zu erleichtern sind Sie als Eltern mit dabei, bis Ihr Kind eingeschlafen ist. Danach
   bitten wir Sie den Operartionsraum zu verlassen, da dann die Operationsvorbereitungen getroffen werde.

Aufwachraum

•  Unmittelbar nach Beendigung der Narkose bringen wir Ihr Kind in den Aufwachraum und rufen
   Sie dazu.

•  Lassen Sie Ihr Kind in Ruhe weiterschlafen, sollte es schreien, versuchen Sie es zu beruhigen.

•  Schreien und Unruhe nach der Narkose sind in den meisten Fällen nicht durch Schmerzen verursacht.
   Übelkeit und Erbrechen sind sehr selten.

 •  Wenn ihr Kind ausgeschlafen hat, orientiert ist und sich wohl fühlt, können sie nach der Untersuchung
    durch den Narkosearzt den Heimweg antreten.

•  Bitte planen Sie den Heimweg so, daß Sie nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen müssen,
   da Ihr Kind noch etwas müde und nicht sicher zu Fuß sein wird, es ist nicht straßen- und verkehrsfähig!

•  Zu beachten ist auch, dass Sie, wenn Sie mit dem Auto nach hause fahren zu zweit sind. So kann der fahrer   
   seine ganze Aufmerksamkeit dem Strassenverkehr widmen und auch das Kind ist umsorgt.


Auch wenn Ihr Kind einige Stunden nach der Narkose wieder völlig normal erscheint, lassen Sie es für die nächsten 24 Stunden nicht unbeaufsichtigt.


Bei Problemen wenden Sie sich bitte an Ihren Operateur, Narkose- oder Kinderarzt.


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